Ich las vor wenigen Jahren das Buch "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón. Es war ein schöner Roman, der den Titel eines Bestsellers erlangte. Als ich vor kurzem mit der Bahn unterwegs war, fiel mir am Hauptbahnhof in Hannover auf, dass ich leider sämtliche Literatur zu Hause vergessen hatte. Also ging ich in einen Buchladen und stieß dabei auf ein Buch von Carlos Ruiz Zafón: Marina. Ich erinnerte mich an den Autor und erfuhr auf der Rückseite, dass dieser Roman zwei Jahre vor “Der Schatten des Windes” erschien. Christoph Haas von der Süddeutschen Zeitung behauptet sogar, dass man Marina dem später verfassten Roman vorziehen kann. Ob ich dieser Meinung folgen kann?
"Wir erinnern uns nur an das, was nie geschehen ist." Ein Zitat von Marina, dass einen durch das Buch verfolgt. Der Roman enthält ohnehin einige tiefgründige Gedanken, an denen man sich festbeißen kann. Ein Buch lebt aber nicht nur von den Aussagen, sondern auch von denen die sie aussprechen. Daher möchte ich zunächst etwas zu den Charakteren sagen. Der Autor lässt tief in die Gefühle der einzelnen Personen blicken. Der ganze Roman ist aus der Perspektive des jungen Óscars geschrieben und nur durch Gespräche erfährt man viel über die anderen handelnden Personen. Zum Beispiel in einer Ausführung der Lebensgeschichte von Marinas Vater. Diese bildet eine kleine Geschichte innerhalb des Romans. Die Charaktere werden einem dadurch sehr vertraut. Die Dialoge, die Geheimnisse, die Liebesgeschichte, das Unrealistische im Realistischem, all das kam mir aus dem Roman "Der Schatten des Windes" sehr vertraut vor. Carlos Ruiz Zafón hat einen sehr markanten Schreibstil. Ich mag ihn sehr, dennoch war es eine winzig kleine Enttäuschung, die Parallelen zwischen den Büchern zu sehen. Wie gesagt... winzig klein, denn es handelt sich trotzdem um zwei unterschiedliche, wundervolle Geschichten. Die Geschichte von Marina und Óscar hat mich jedoch mehr berührt, vor allem das Ende fand ich eindrucksvoller. Aus diesem Grund kann ich mich der Meinung von Christoph Haas anschließen: "Marina" ist dem Roman "Der Schatten des Windes" vorzuziehen. Trotzdem sind beide Romane wärmstens zu empfehlen!
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