Über die Freuden und Leiden des wissenschaftlichen Arbeitens

Semesterferien, mit diesem irreführenden Wort begann schon der letzte Blogartikel. Irreführend, weil der allgemein sehr viel beschäftige Student auch in den Semesterferien keine Ferien hat. Im Gegenteil! Zwei Monate, die in der Theorie insbesondere der Erholung und Regenerierung dienen sollten, werden sukzessive mit der gewissenhaften Nachbereitung des vorangegangenen Semesters, lehrreichen Praktika und der pflichtgetreuen Vorbereitung auf das kommende Semester gefüllt. Spätestens jetzt sollte der Begriff Semesterferien vermutlich durch den Terminus "vorlesungsfreie Zeit" ersetzt werden. Ich habe mich allerdings die ersten sieben Wochen meiner zweimonatigen Pause zwischen den Vorlesungen recht beharrlich an Begriff der Semesterferien geklammert und diese in vollen Zügen ausgekostet. 

Diese Zeit der genüsslichen Prokrastination hatte allerdings zur Folge, dass für die zwei Hausarbeiten, deren Abgabedatum auf den 31. März fällt, noch genau fünf Tage Zeit blieb. Zwei dieser Tage sind mittlerweile vergangen, eine der Hausarbeiten seit wenigen Stunden fertiggestellt. Welch brillantes Timing. Ich hätte nicht erwartet, in solch kurzer Zeit zwölf Seiten füllen zu können. Wirklich nicht. Tatsächlich waren meine Zweifel so groß, dass ich die Hälfte des ersten "Schreibtages" damit verbrachte, die größtmögliche zulässige Schrift bei Word zu finden, um das Geschriebene nach mehr aussehen zu lassen. Cambria in Schriftgröße 12 ist da übrigens sehr zu empfehlen, ich spreche aus frischer Erfahrung. Doch nur eine große Schriftart reicht natürlich nicht. Der Zeilenabstand wurde gewissenhaft zunächst auf 1,5 und dann auf 1,55 gestellt, der Abstand zwischen den einzelnen Zeichen vergrößert und die Leerzeichen in die Länge gezogen. Außerdem sind großzügige Seitenränder und geradezu ausufernde Kopf- und Fußnoten sehr empfehlenswert und zusätzlich sollte man erwägen, den gesamten Artikel eines Gesetzes wörtlich zu zitieren, der schätzungsweise eine drittel Seite füllt. Nachdem also sämtliche platzverschwenderischen Einstellungen erfolgreich vorgenommen und ein gesamter Vormittag verschwendet waren, begann der eigentliche Schreibmarathon.

Einen Tag später wurde dieser allerdings nach einem Blick auf die rechte untere Seite des Word-Dokuments abrupt unterbrochen. 11 Seiten. Eigentlich ein Grund zur Freude, wäre nicht inhaltlich gerade einmal die erste Hälfte des Themas abgearbeitet. Es blieb also nur eine Möglichkeit: Der gesamte Vorgang der äußerst delikaten Schriftbildvergrößerung musste ins Gegenteil umgekehrt werden. Dies ging glücklicherweise etwas schneller vonstatten, nicht zuletzt aufgrund dieser ungemein hilfreichen Website. Im Nu war genug Platz für die restlichen Inhalte geschaffen, sodass die Hausarbeit letzten Endes nur eine halbe Seite Überlänge hat. Hurray.

Und was lernen wir im Allgemeinen und ich im Besonderen aus der Geschichte? Nun, in Zukunft sollte ich Hausarbeiten zuerst schreiben und mir anschließend Gedanken über das Layout machen. Aber sind wir mal ehrlich, das wusste ich eigentlich schon vorher. Die Sache ist nur: Sämtliche Word-Einstellungen auszuprobieren ist doch eine wunderbare Option, das Beginnen mit der eigentlichen Arbeit möglichst lange hinauszuzögern. Denn...

(Bild: quickmeme.com)





1 Kommentar:

  1. Köstlich! Ich liebe deinen Schreibstil Mona! Und ich muss gestehen, dass ich mich auch immer wieder 'gerne' mit dieser Art von Prokrastination beschäftige ;)
    Liebe Grüße und weiter so,
    der Skinny Waste Fan :D

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